Fun & Outdoor Sport III

Fun- und Outdoorsport in den USA Teil 3 (Canyoneering und Ski/Langlauf)

Canyoning / Canyoneering

Wenn man nach dem Extremsport sucht, der alles an Nervenkitzel und Abenteuer miteinander vereint, dann ist wohl Canyoning das Richtige. Canyoning (oder auch „Canyoneering“, wie die Amerikaner es bezeichnen) bedeutet ganz allgemein die Erkundung von Canyons und dem Folgen von Flüssen der Schluchten – wo auch immer sie hinführen. Canyoning Trips rangieren von leichteren Wanderungen durch tiefe Canyons bis hin zum technischen Canyoning, das Klettern, Abseilen, Wasserfälle und Schwimmen durch die Schluchten der Canyons beinhaltet. Für diese anspruchsvolleren Trips benötigt man die richtige Kletterausrüstung und einen Neoprenanzug. Canyoning verspricht Adrenalin pur für Abenteuerfans, andere würden es vielmehr als verrückt bezeichnen. Man sollte sich daher auf solche Touren nur mit einem erfahrenen Guide begeben, der sich in dem Canyon Gebiet gut auskennt. Andere Canyoneers kann man zum Beispiel über Meetup finden.

In den USA treten zwei Staaten in den Vordergrund, wenn es ums Canyoneering geht – Utah und Arizona verbinden Klima und Geologie und lassen eine extraordinäre Landschaft mit wunderschönen Canyons entstehen:

Cedar Mesa, Utah: Das Gebiet von Cedar Mesa liegt in der südöstlichsten Ecke von Utah und ist geprägt von Tafelbergen, tiefen Schluchten und interessanten Anasazi Ruinen. Dominierend ist der Cedar Mesa Sandstein, der Hochzeitstorten-ähnliche Formationen hervorbringt. Hier gibt es eine Reihe von technischen Canyons, für die man das nötige Equipment zum Abseilen und co. braucht, man kann aber auch spannende Touren durch die Ruinen unternehmen. The Black Hole of White Canyon ist ein nicht ganz so schwieriger Canyon. Die Strecke ist zu Beginn leicht zu begehen und schlängelt sich durch Sandsteinwände. Doch dann wird es immer tiefer und enger und es erscheinen Hindernisse wie Klippen und Pools, die überwunden werden müssen. Hierbei gibt es zwei sehr lange und kalte Schwimmstrecken. Bei Stürmen und Hochwasser sollte man hier auf das Canyoneering verzichten.
Sehr schön, aber technisch auch an vielen Stellen sehr anspruchsvoll sind die Engen des Cheesebox Canyons. Dieser Canyon wird selten besucht, er liegt inmitten unberührter Wildnis und sollte nur mit einer kleinen Gruppe begangen werden mit guter Orientierung und Kartenmaterial. Eine leichtere und kürzere Option (zwischen 1-4 Stunden) bietet der wunderschöne Frylette und Fry Canyon. Frylette ist eine erfrischende Oase inmitten der heißen Wüste mit Passagen zum Schwimmen, die dann in den Fry Canyon übergehen, wo man diese Fun-Route fortsetzen kann.
Weitere Infos findest du hier: www.canyoneeringusa.com.

Grand Staircase-Escalante, Utah: Escalante ist ein Gebiet in Utah mit langen Canyons, die perfekt geeignet sind für Mehrtagestouren. Jede Abbiegung in dem dicken, weißen Sandstein bietet eine neue, interessante Aussicht auf den Canyon. Eine Canyoning Tour sollte man in diesem Gebiet gut planen, da das Escalante Gebiet zu weitreichend ist um einfach vorbeizuschauen und loszulegen. Ganze 37 Routen beschreibt Steve Allen in seinem Buch „Canyoneering 3“ in Utah’s Escalante.
Die Canyons haben alle sehr unterschiedliche Erscheinungsformen – von engen und tiefen Schluchten, die sich durch den Sandstein wie große Risse schlängeln bis hin zu offenen Canyons mit sandigen Böden und Pappeln. Einige der Canyons des Escalante Gebietes, wie beispielsweise Spooky, Brimstone oder Peekaboo, sind leicht zugänglich und die 2-6 stündigen Touren sind leichter und haben einen hohen Funfaktor. Für andere Canyons benötigt man eine bestimmte Erlaubnis und man sollte diese daher nur mit einem erfahrenen Guide begehen. So beispielsweise das Grand Staircase-Escalante National Monument –ein sehr beeindruckender Canyon mit erstaunlichen geologischen Formationen und Dinosaurier-Fossilien aus längst vergangenen Zeiten. Highlights sind hier Klippen, die in den verschiedensten Farben hinter Wasserfällen bunt schimmern oder der höchste Punkt, das Kaiparowits Plateau, von wo aus man eine atemberaubende Sicht auf die umliegeneden Canyons hat. Geführte Canyoneering Touren durch dieses Gebiet können z.B. bei Excursions of Escalante gebucht werden.
Weitere Infos findest du zum Beispiel hier: utah.com, und hier: cusa.squarespace.com

Zion Nationalpark, Utah: Der Zion Nationalpark liegt am westlichen Ende des Colorado Plateau und bietet die steilste und dramatischste Landschaft in Utah. Eingebettet in eine erstaunliche Naturkulisse glänzt der Zion Nationalpark mit den besten Gegebenheiten zum Canyoneering. Einsteiger können die zahlreichen Trail Hikes nutzen, um die schönsten Plätze der Canyons zu Fuß zu entdecken. Aber auch technische Routen, die das volle Equipment erfordern, gibt es. Dabei sind diese Canyoneering Routen hier nicht ganz so anspruchsvoll wie in anderen Gebieten. Hier sind sie meistens einfach nur atemberaubend schön! Canyoneering Routen gibt es unzählige. The Subway und Orderville Canyon sind beispielsweise welche der schönsten Schluchten mit kurzen Strecken zum Abseilen und Schwimmen. Mystery Canyon und Pine Creek sind bei allen Kletterern mit mehr Erfahrung und Abenteuerlust beliebt. Im Mystery Canyon sind nur zwölf Kletterer pro Tag erlaubt und auch der Pine Creek ist technisch anspruchsvoll und lockt mit einer über 30 Meter Passage zum Abseilen. Aber alle Canyons im Nationalpark sind einzigartig und haben das gewisse Etwas, sodass man hier garantiert seinen Favoriten findet. Da der Zion Nationalpark aber der beliebteste Spot zum Canyoneering in Utah ist, ist man hier meistens nicht alleine in den Canyons unterwegs. Outfitters in Utah bieten Trips in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden an. Für viele Routen und auch für das Übernachten im Park sind Genehmigungen erforderlich, die es bei der Parkverwaltung gibt. Die besten Zeiten zum Canyoneering im Zion Nationalpark sind Juni – Oktober, die Monate April und May sollte man wegen gefährlichen Fluten eher meiden.
Weitere Infos: utah.com/zion-national-park und cusa.squarespace.com/zion.

Valley of the Sun, Arizona: Auch in Arizona hat Mutter Natur einige gute Spots zum Canyoneering kreiert – von heißen und trockenen Sandstein – Canyons bis hin zu Schluchten, die gefüllt sind mit rauschenden Bächen und Wasserfällen. Für die meisten Erkundungen braucht man auch hier Genehmigungen, daher ist es sinnvoll, eine organisierte Tour zu buchen. 360 Adventures beispielsweise hat Zugänge zu den Naturwundern Arizonas, die man sonst nicht zu sehen bekäme. Von Phoenix und Scottsdale aus geht es in die Valley oft he Sun – ein Tal mit 350 Tagen Sonnenschein inmitten der Sonora-Wüste. Sie liegt im südöstlichen Teil Arizonas und zieht sich bis nach Mexico. Diese Wüstenregion ist eine der vielseitigsten und artenreichsten der Welt und eignet sich noch dazu hervorragend für verschiedenste Canyoneering-Abenteuer. Hier gelang man in ein feucht-fröhliches Vergnügen und wendet sich durch die engen und versteckten Canyon-Passagen der Arizona-Wüste. 

Paria Canyon – Vermilion cliffs Wilderness, Arizona: Erstaunliche Landschaftsbilder sind in dem Gebiet des Paria Rivers, an der Grenze zu Utah zu finden. Hier schlängeln sich die roten Canyons wie Wellen entlang des Flusses. Man kommt vorbei an spektakulären Naturschauspielen und vielen natürlichen Quellen mit klarem Trinkwasser. Am Coyote Butts North können die wellenförmigen Formationen (The Wave) am besten bewundert werden. Und Buckskin Gulch ist berühmt als längster und tiefster Slot-Canyons weltweit -ein Must-Do! für Canyoneering-Fans. Hierfür sollte man mindestens einen Tag einplanen und eine gute Kondition mitbringen. Um zum Eingang des Buckskin Gulch zu gelangen, muss man zunächst durch den WirePass, ein leichter Einstieg zum warm werden. Doch dann windet sich die Strecke Meile für Meile zwischen engen Felsenwänden entlang, man watet durch Wasser und bekommt selten das Tageslicht zu sehen. Doch ab und an gibt es offene Passagen, in denen man an den gigantischen Felsen entlang hoch zum Himmel blicken und das einfallende Licht genießen kann. Die Tour ist an einem Tag zu schaffen, die meisten aber machen zwei daraus und campen auf Sandbänken, die nach etwa 14 Meilen unübersehbar auftauchen. An Tag zwei geht es dann weiter Richtung Paria River. Der Buckskin Gulch ist ein Hauptzubringer des Paria Rivers, der wiederum ein wichtiger Nebenfluss des Colorado Rivers ist. Von hier aus lässt sich also ein Canyoneering Abenteuer gut mit einer Fluss-Expedition verbinden. Die Hochwasser – Saison zwischen July und September sollte man vermeiden. Dann ist der Canyon nur sehr schwer zugänglich und es kann schnell gefährlich werden. 
Mehr Infos findest du zum Beispiel hier: www.summitpost.org.

Ski, Langlauf, Schneeschuh

Auch der Wintersport kommt in den USA nicht zu kurz. Vor allem in den Staaten, die von den Rocky Mountains gezeichnet sind, sind beste Schneeverhältnisse garantiert. Von bekannten Skigebieten, die für die olympischen Winterspiele ausgewählt wurden, bis hin zu ruhigen, inmitten der Wildnis gelegenen Skirouten abseits der Massen. In den USA kommt jeder auf seine Kosten – obgleich das größte Skigebiet, die steilsten Abfahrten, Superpipes oder aber entlegene Langlaufrouten gewünscht werden. Die Skigebiete der USA entstanden zum großen Teil aus uralten Gold- und Silberminenstädten, die gleichzeitig einen gewissen Western Charme mit sich bringen.

Die besten Skigebiete der USA:

Colorado: Steamboat Springs, Telluride, Vail: Der Staat Colorado eignet sich sehr gut zum Ski- und Langlauffahren. Steamboat Springs war der erste Wintersportort des Staates und erschaffte die meisten Olympiateilnehmer Colorados. Heute kann man die Skischule von Billy Kidd besuchen, der 1964 die Silbermedaille im Slalom gewann. Inmitten zweier Wildnisgebiete liegt Steamboat 2042 Meter über dem Yampa River. Das Steamboat Ski Resort bietet mit 6 Gipfeln auf bis zu 3220 Metern zahlreiche leichte unnd mittelschwere Hänge mit daunenweichem Schnee, der auch als „Champagnerpuder“ bezeichnet wird. Außerdem gibt es in der Region über 150 Mineralquellen. Dem „Glucksen“ der heißen Quellen verdankt der Ort auch seinen Namen. Übernachten kann man in dieser Gegend gut in Western-Atmosphäre auf Gästefarmen – ganz gemütlich und entlegen.
Mehr Infos findest du beispielsweise auf www.steamboat.com.

Telluride ist eine der besterhaltenen Gold- und Silberminenstädte Colorados und durch die Lage inmitten der Rocky Mountains auch ein erstklassiges Skigebiet mit 115 Pisten auf 800 ha. Zwei Drittel davon sind für Anfänger und Fortgeschrittenen geeignet, die steilsten Pisten zählen dagegen zu den härtesten des Landes. Ein besonderes Panorama bietet die Abfahrt „See Forever“. Da Telluride sehr abgeschieden liegt, kennt man hier auch keine vollen Pisten und hat freie Fahrt. Der Ort bietet ein ganzjähriges Kulturprogramm mit vielen Bier- und Musikfestivals und Livemusik aus der Wildwestzeit.  
Weitere Infos zu Telluride findest du auf www.visittelluride.com und www.tellurideskiresort.com.

Vail in Colorado ist das größte zusammenhängende Skigebiet in den USA mit 26 km². Es ist nicht aus einer ehemaligen Minenstadt entstanden, sondern wurde 1962 entworfen. So fehlt oft das typische Flair anderer Skiorte in Colorado, dafür bietet Vail aber eine riesige Auswahl an Abfahrten und Hochgeschwindigkeits-Sesselbahnen. Aber auch zahlreiche naturbelassene Hänge findet man hier. Das Blue Sky Basin ist hierbei wohl das spektakulärste mit 260 ha markierten Skirouten in unberührter Wildnis mit lockerem Pulverschnee – hier ist Stille und Einsamkeit garantiert!
Weitere Infos: www.vail.com.

Sun Valley, Idaho: Sun Valley war das erste Skigebiet der USA und ist nach wie vor eines der besten! Averell Harriman gründete 1936 das Skigebiet mit der Überzeugung, dass die Sawtooth Mountains die Alpen ersetzen können. Ein Rocky-Mountains-Klassiker war entstanden! Das Gebiet überzeugt nicht nur mit einer Sonnenschein-Rate von 80 %. Dieser Skiort ist auch bestens geeignet für Langlauf- und Schneeschuhfans! Zahlreiche Loipen und Schneeschuhwege lassen sich hier in herrlichem Panorama finden.
Weitere Infos: www.sunvalley.com.

Big Sky, Montana: Ein Bergerlebnis abseits der Massen bietet Big Sky. In diesem Ort, eine Stunde nörlich des Yellowstone – Nationalpark ist „big“ wirklich die richtige Bezeichnung. 1500 ha Skipisten auf 3 Bergen, mit einem grandiosen Blick auf die Rockies. 5 Skiläufer pro Hektar machen das Gebiet so menschenleer wie sonst nirgends. Einige Pisten hier sind extrem anspruchsvoll. So fällt der Gipfel des Lone Peak 1325 m fast senkrecht ab. Aber auch viele Langlaufloipen findet man hier. Beispielsweise bei der idyllischen Lone Mountain Ranch, von wo aus man außerdem gemütliche Pferdeschlittenfahrten machen kann.
Weitere Infos gibt es zum Beispiel hier: bigskyresort.com.

Utah: Park City und Umgebung: Rund eine Autostunde von Salt Lake City liegen in der Umgebung von Park City 11 charmante Skigebiete mit einem jährlichen Schneefall von über 12 Metern. Kein Wunder, dass in dieser Gegend 2002 auch die Olympischen Winterspiele ausgetragen wurden. Die verschiedenen Skigebiete bieten für jedermann etwas. Vom familienfreundlichen Canyon Resort bis hin zum Park City Mountain Resort, wo die olympischen Ski- und Snowboardteams trainieren. Hier gibt es auch eine der größten Superpipes Nordamerikas. Im Utah Olympic Park geht der Nervenkitzel mit sechs Skisprungchancen und einer Bobbahn gleich weiter, wohingegen im kleineren Sundance Resort inmitten der Wildnis wieder mehr Ruhe und Entspannung einkehrt.
Weitere Infos: www.visitparkcity.com, www.parkcitymountain.com, utaholympiclegacy.org, www.alta.com, www.deervalley.com, www.sundanceresort.com.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.